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Tipps für Einsteiger

Die meisten Anfänger verlieren nicht durch spektakuläre Fehler, sondern durch viele kleine: zu viele Hände, zu oft mitgehen, zu selten selbst setzen. Wer diese drei Dinge in den Griff bekommt, ist den meisten Tischen schon voraus.

1. Spiel weniger Hände

Von den 169 Starthand-Typen sind die meisten auf Dauer Verlierer. An einem Tisch mit sechs Spielern reicht es, etwa jede vierte bis fünfte Hand zu spielen und den Rest sofort wegzulegen. Das fühlt sich langweilig an, ist aber der größte einzelne Hebel.

Ein grober Leitfaden für sechs Spieler, wenn vor dir noch niemand erhöht hat. Dann erhöhst du mit diesen Händen, statt nur mitzugehen:

PositionErhöhen mit
Früh (direkt nach dem Big Blind)Paare ab 7 7, A J gleichfarbig und besser, K Q gleichfarbig, A Q und A K
Mittezusätzlich Paare ab 5 5, A 10 gleichfarbig, K J gleichfarbig, Q J und J 10 gleichfarbig, A J, K Q
Cutoff und Buttonzusätzlich alle Paare, jedes gleichfarbige Ass, K 9 / Q 9 / J 9 gleichfarbig und besser, 10 9, 9 8 und 8 7 gleichfarbig, A 10, K J, Q J
Small Blindungefähr wie am Button, aber etwas vorsichtiger, weil du danach immer zuerst handeln musst

Hat schon jemand erhöht, wird die Liste deutlich kürzer. Gegen eine Erhöhung aus früher Position sind K Q oder A J oft schon zu schwach, wie die Beispielhand zeigt.

2. Die Position ist fast so wichtig wie die Karten

Wer nach dem Flop als Letzter handelt, weiß schon, was die anderen getan haben, bevor er sich entscheiden muss. Er kann günstig eine Karte sehen, wenn alle checken, oder einen Pot gewinnen, wenn die anderen Schwäche zeigen. Deshalb darf man am Button mehr Hände spielen als direkt nach dem Big Blind.

3. Lieber setzen als mitgehen

Wenn du setzt oder erhöhst, kannst du auf zwei Arten gewinnen: Entweder dein Gegner gibt auf, oder du hast im Showdown die bessere Hand. Wenn du nur mitgehst, bleibt dir nur der zweite Weg. Darum gilt: Spiel deine guten Hände aktiv und lass die schwachen lieber ganz liegen, statt mit ihnen „mal zu schauen“.

4. Setz vernünftige Beträge

Vor dem Flop ist eine Erhöhung auf das Zweieinhalb- bis Dreifache des Big Blinds üblich, plus einen Big Blind für jeden, der vor dir schon mitgegangen ist. Nach dem Flop sind Einsätze zwischen der Hälfte und drei Vierteln des Pots ein guter Standard. Kleiner gibt Draws zu billige Karten, deutlich größer riskiert viel, um wenig zu gewinnen.

5. Rechne, bevor du mitgehst

Gerade mit Draws lohnt sich ein kurzer Blick auf die Pot Odds. Brauchst du 25 % und hast 19,6 %, ist das auf Dauer ein Verlust, egal wie oft der Flush gerade kommt. Wie das genau geht, steht unter Wahrscheinlichkeiten.

6. Bluff gezielt, nicht aus Prinzip

Ein Bluff funktioniert gegen einen einzelnen Gegner viel besser als gegen drei, und auf Boards, die zu deiner Geschichte passen. Hast du vor dem Flop erhöht und es kommt ein Ass, glaubt dir dein Gegner das Ass eher als auf 7 6 5. Gegen Spieler, die ohnehin alles callen, ist Bluffen verschwendetes Geld. Gegen die setzt man einfach mit guten Händen.

7. Achte auf das Board

Ein Paar Asse ist auf K♠ 7♦ 2♣ eine sehr starke Hand, auf 9♥ 10♥ J♥ dagegen kaum noch etwas wert. Frag dich bei jeder Karte: Welche Hände, die mein Gegner haben kann, schlagen mich jetzt? Drei Karten einer Farbe, drei aufeinanderfolgende Karten und ein Paar auf dem Board ändern viel.

8. Tilt erkennen

Nach einem bitteren Verlust spielt fast jeder schlechter: zu viele Hände, zu große Einsätze, der Wunsch, alles sofort zurückzuholen. Das nennt man Tilt. Wenn du merkst, dass du dich ärgerst, steh auf, mach Pause und komm später wieder. Die Karten haben kein Gedächtnis.

9. Achte auf deine Coins

Auch mit Spielgeld lohnt es sich, wie mit echtem Geld zu planen. Eine einfache Regel: Setz dich nur an Tische, deren Buy-in höchstens ein Zwanzigstel deiner Coins ist. Dann wirft dich auch eine Pechsträhne nicht gleich aus dem Spiel, und du kannst Fehler machen, ohne pleite zu sein.