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Bankroll-Management: Wie viele Coins für welchen Tisch?

Auch wer gut spielt, verliert manchmal mehrere Abende hintereinander. Ob das zum Problem wird, hängt davon ab, wie viele Coins man im Verhältnis zu den Einsätzen hat. Das nennt man Bankroll-Management. Mit Spielgeld geht es nicht um echtes Geld, aber die Regeln sind dieselben, und wer sie mit Coins lernt, hat sie verinnerlicht.

Was die Bankroll ist

Deine Bankroll ist alles, was du zum Pokern zur Verfügung hast, im Kartenraum also deine Coins. Der Buy-in ist der Betrag, mit dem du dich an einen Tisch setzt. Im Kartenraum liegt er zwischen 20 und 100 Big Blinds des Tisches. Die Frage ist: Wie viele Buy-ins sollte man in der Bankroll haben?

Warum man mehr braucht, als man denkt

Poker schwankt stark. Ein Beispiel: Ein Spieler, der 55 % seiner Abende mit Gewinn beendet, ist ein guter Spieler. Trotzdem erlebt er in 20 Abenden mit 36 % Wahrscheinlichkeit irgendwann vier Verlustabende hintereinander. In zehn Abenden verliert er mit 41 % mindestens drei hintereinander.

Wer jedes Mal seinen halben Bestand an den Tisch bringt, ist nach so einer Serie pleite, obwohl er eigentlich gut spielt. Wer jedes Mal nur einen kleinen Teil riskiert, übersteht sie und gewinnt auf lange Sicht.

Faustregeln

Mit wenig Coins anfangen

Ein neues Konto im Kartenraum startet mit 1.000 Coins. Nach der Regel oben reicht das selbst am kleinsten Tisch nicht für 20 volle Buy-ins. Fang deshalb dort an und setz dich anfangs auch mal mit weniger als 100 Big Blinds hin. Das ist kein Nachteil: An kleinen Tischen sind die Fehler billig, und wer dort gewinnt, baut sich die Bankroll für größere Tische auf. Wer gleich an den höchsten Tisch geht, ist mit einem schlechten Abend wieder am Anfang.

Eine Besonderheit von Spielgeld: Weil nichts Echtes auf dem Spiel steht, spielen manche Gegner deutlich lockerer. Das erhöht die Schwankungen noch. Ein Grund mehr, eine Reserve zu haben.

Wie viel an den Tisch?

Mit vollem Buy-in von 100 Big Blinds kannst du alle Strategien spielen: Set Mining, spekulative Hände, große Value-Bets. Mit weniger hast du weniger Spielraum nach dem Flop. Mit 20 Big Blinds bist du praktisch im Push-or-Fold-Bereich. Beides ist in Ordnung, wenn du die passende Strategie spielst. Schlecht ist nur, mit kurzem Stack so zu spielen, als hättest du einen tiefen.

Wann aufhören?

Bankroll-Management heißt auch, zu wissen, wann ein Abend vorbei ist. Setze dir vorher eine Grenze, zum Beispiel drei Buy-ins. Ist sie erreicht, steh auf, egal wie unfair es sich anfühlt. Nach großen Verlusten spielt fast jeder schlechter, wie der Artikel über Tilt beschreibt. Und wer nach Verlusten an höhere Tische wechselt, um alles schnell zurückzuholen, macht den teuersten Fehler überhaupt.

Dein Verlauf

Im Profil siehst du, wie sich deine Coins in den letzten 30 Tagen entwickelt haben, und in deinem Konto findest du den Coin-Verlauf mit jeder einzelnen Buchung. Ein Blick darauf nach einer Woche zeigt mehr über dein Spiel als jeder einzelne Abend.

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