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Limpen: Warum man vor dem Flop nicht einfach mitgeht

Limpen heißt, vor dem Flop nur den Big Blind mitzugehen, wenn noch niemand erhöht hat. Es ist der günstigste Weg, einen Flop zu sehen, und genau deshalb beliebt. Trotzdem gilt es unter guten Spielern als einer der häufigsten Fehler. Hier steht, warum, und wann es doch passt.

Was beim Limpen passiert

Du sitzt in mittlerer Position mit K♥ 9♣, vor dir haben alle aufgegeben. Du gehst mit einem Big Blind mit. Im Pot liegen jetzt 2,5 Big Blinds: der Small Blind, der Big Blind und dein Einsatz. Die Spieler nach dir sehen einen billigen Pot und gehen mit, der Small Blind ergänzt seinen halben Blind, der Big Blind checkt einfach. Am Flop spielst du gegen drei oder vier Gegner.

Wie viel das ausmacht, zeigen die Zahlen. Gegen einen zufälligen Gegner gewinnt K 9 verschiedenfarbig in 58,0 % der Fälle. Gegen zwei sind es 39,4 %, gegen drei nur noch 29,6 %. Eine Hand, die gegen einen Gegner klar vorne liegt, ist gegen drei ein Außenseiter.

Drei Gründe gegen das Limpen

Du kannst den Pot nicht vor dem Flop gewinnen. Wer erhöht, gewinnt den Pot oft sofort, weil alle aufgeben. Wer limpt, gewinnt vor dem Flop nie etwas.

Du lädst viele Gegner ein. Ein Pot mit vier Spielern ist für Hände wie K 9, Q J oder A 8 der schlechteste Fall: Sie treffen oft ein Paar, aber mit vier Gegnern ist ein Paar selten genug. Mehr dazu im Artikel über Multiway-Pots.

Du verrätst etwas. Wer mit starken Händen erhöht und mit mittleren Händen limpt, zeigt mit jedem Limp, dass er nichts Großes hat. Aufmerksame Gegner erhöhen dann gegen ihn, und er muss mit seiner mittleren Hand entweder aufgeben oder teuer mitgehen.

Was stattdessen?

Die einfache Regel: Als Erster in den Pot erhöhst du oder gibst auf. Wenn eine Hand gut genug zum Spielen ist, ist sie fast immer auch gut genug für eine Erhöhung, etwa auf 2,5 bis 3 Big Blinds. Wenn sie dafür zu schwach ist, ist sie meistens auch zum Limpen zu schwach.

Die Erhöhung kostet mehr, aber sie bringt mehr: Du spielst gegen einen oder zwei Gegner statt gegen vier, hast die Initiative für eine C-Bet nach dem Flop und gewinnst den Pot oft sofort.

Wenn andere limpen

Gegen Spieler, die limpen, ist eine Erhöhung besonders stark. Man nennt das Isolieren: Du erhöhst, um den Limper allein zu spielen, idealerweise in Position. Weil der Limper oft eine mittlere Hand hat, gibt er auf oder geht mit einer Hand mit, die gegen deine meistens hinten liegt. Für jeden Limper vor dir erhöhst du etwa einen Big Blind mehr, also auf 4 bis 5 Big Blinds gegen einen Limper.

Mit spekulativen Händen wie kleinen Paaren oder gleichfarbigen Verbindern kannst du hinter Limpern auch selbst mitgehen. Der Pot ist dann schon größer, der Preis gut, und diese Hände spielen gern gegen mehrere Gegner, wie im Artikel über Set Mining beschrieben.

Wann Limpen in Ordnung ist

Im Tutorial

Der Trainer im Tutorial bewertet einen Limp mit einer spielbaren Hand als verschenkte Initiative und schlägt eine Erhöhung vor. Probier es aus: In zehn Händen merkst du schnell, wie anders die Hände nach einer Erhöhung verlaufen.

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