Kartenraum Hold'em

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Poker-Varianten: Hold'em, Omaha, Stud und mehr

Wenn heute von Poker die Rede ist, meinen fast alle Texas Hold'em. Das war nicht immer so, und es gibt Dutzende Varianten. Hier sind die wichtigsten im Überblick, was sie von Hold'em unterscheidet und warum Hold'em die bekannteste geworden ist.

Texas Hold'em

Jeder Spieler bekommt zwei verdeckte Karten, fünf Gemeinschaftskarten kommen in drei Schritten in die Mitte: Flop, Turn und River. Deine Hand besteht aus den besten fünf der sieben Karten, wobei du beliebig viele deiner eigenen Karten verwenden kannst, auch keine. Es gibt 1.326 mögliche Starthände, die sich auf 169 wirklich verschiedene Typen reduzieren lassen.

Hold'em ist einfach zu lernen, weil man nur zwei eigene Karten hat, und schwer zu meistern, weil die Gemeinschaftskarten allen gehören und man ständig überlegen muss, was die anderen daraus machen. Seinen Durchbruch hatte es mit den großen Turnieren im Fernsehen und dem Online-Poker der 2000er-Jahre. Im Kartenraum wird No-Limit Hold'em gespielt. Wie eine Hand abläuft, steht auf der Seite Ablauf einer Hand.

No-Limit, Pot-Limit, Fixed-Limit

Die Wettstruktur ist unabhängig von der Variante, verändert das Spiel aber stark:

Omaha

Omaha sieht aus wie Hold'em, mit einem wichtigen Unterschied: Jeder bekommt vier verdeckte Karten und muss genau zwei davon mit genau drei vom Board kombinieren. Aus vier Karten lassen sich sechs verschiedene Paare bilden, deshalb haben Spieler viel öfter starke Hände und Draws als im Hold'em. Es gibt 270.725 mögliche Starthände.

Die Regel „genau zwei“ ist die häufigste Falle für Hold'em-Spieler: Liegen vier Herzkarten auf dem Board und du hast nur eine Herzkarte, hast du keinen Flush. Und weil so viele Hände stark werden, gewinnt am Ende oft nur die beste mögliche Hand, die Nuts. Omaha wird fast immer als Pot-Limit gespielt, kurz PLO.

Seven Card Stud

Bevor Hold'em populär wurde, war Stud in vielen Pokerräumen die beliebteste Variante. Es gibt keine Gemeinschaftskarten. Jeder bekommt sieben eigene Karten, drei verdeckt und vier offen, über mehrere Wettrunden verteilt, und bildet daraus die beste Hand mit fünf Karten. Weil man einen Teil der gegnerischen Karten sieht, spielt das Gedächtnis eine große Rolle: Wer weiß, welche Karten schon gezeigt und weggelegt wurden, kann seine Outs genauer zählen.

Short Deck

Eine neuere Variante, auch 6+ Hold'em genannt: Alle Zweien bis Fünfen werden aus dem Deck genommen, es bleiben 36 Karten. Gespielt wird sonst wie Hold'em. Weil weniger niedrige Karten im Spiel sind, treffen Spieler öfter starke Hände, und weil ein Flush mit weniger Karten pro Farbe seltener wird, schlägt er in den meisten Regelwerken das Full House.

Five Card Draw

Die klassische Variante aus Filmen und Küchentischen: fünf verdeckte Karten, eine Wettrunde, dann darf jeder Karten tauschen, dann noch eine Wettrunde. Kaum Informationen, viel Psychologie. Für Einsteiger leicht zu verstehen, in Pokerräumen heute aber selten.

Warum Hold'em?

Hold'em hat eine seltene Mischung: wenige Regeln, aber eine enorme strategische Tiefe. Die Gemeinschaftskarten sorgen dafür, dass jede Hand für alle Spieler zusammenhängt, und mit nur zwei eigenen Karten bleibt das Spiel überschaubar. Wer Hold'em gut beherrscht, findet sich in den anderen Varianten schnell zurecht, denn Position, Pot Odds und das Denken in Ranges gelten überall. Ein guter Einstieg in diese Konzepte ist der Artikel über Ranges.

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