Gewinnchance-Rechner
Wie oft gewinnt deine Hand? Gib die Karten ein, und der Rechner zeigt für jede Hand ihren Anteil am Pot, vor dem Flop, auf dem Flop, am Turn oder am River. Bleibt eine Hand leer, rechnet er mit einer zufälligen Hand.
Was die Zahl bedeutet
Die Gewinnchance, im Pokerjargon Equity, ist der Anteil des Pots, der einer Hand im Durchschnitt zusteht, wenn alle bis zum Showdown dabeibleiben und niemand mehr setzt. Unentschieden zählen anteilig: Teilen sich zwei Spieler den Pot, bekommt jeder die Hälfte. 60 % heißt also nicht, dass du sechs von zehn Händen gewinnst, sondern dass dir von einem Pot von 100 Coins auf lange Sicht 60 gehören.
Die Zahl beschreibt nur die Karten, nicht das Spiel. Wie viel eine Hand wirklich wert ist, hängt auch davon ab, wer noch setzt, wer aussteigt und wer zuletzt handelt. Deshalb ist die Gewinnchance der Ausgangspunkt jeder Überlegung, aber nicht ihr Ende.
So rechnet der Rechner
- Alle Hände bekannt, ab dem Flop: exakt. Bei zwei bekannten Händen gibt es nach dem Flop 990 Möglichkeiten für Turn und River, nach dem Turn noch 44 für den River; alle werden durchgezählt.
- Alle Hände bekannt, vor dem Flop: 20.000 zufällige Boards. Das Ergebnis liegt in der Regel weniger als einen halben Prozentpunkt neben dem exakten Wert.
- Eine Hand gegen zufällige Hände: vor dem Flop aus einer Tabelle, die wir mit 150.000 Durchläufen pro Hand berechnet haben; heads-up ab dem Turn exakt, sonst mit 12.000 bis 20.000 Durchläufen.
- Bekannte und zufällige Hände gemischt: 30.000 Durchläufe, in denen die unbekannten Karten jedes Mal neu verteilt werden.
Die Handbewertung ist dieselbe wie an unseren Tischen. Was hier gewinnt, gewinnt dort auch.
Klassische Duelle vor dem Flop
Diese Werte sind exakt, über alle 1.712.304 möglichen Boards gezählt. Die Farben spielen eine kleine Rolle; die Beispiele haben jeweils keine gemeinsame Farbe, außer wo angegeben.
| Hand | gegen | gewinnt | verliert | geteilt |
|---|---|---|---|---|
| A A | K K | 82,4 % | 17,1 % | 0,5 % |
| A K | A Q | 71,7 % | 23,7 % | 4,6 % |
| A K | K Q | 73,6 % | 25,3 % | 1,1 % |
| A K | Q J gleichfarbig | 60,2 % | 39,4 % | 0,4 % |
| Q Q | A K | 57,0 % | 42,7 % | 0,3 % |
| 5 5 | A K | 54,8 % | 44,8 % | 0,4 % |
| A K gleichfarbig | Q Q | 46,0 % | 53,6 % | 0,4 % |
| 10 9 gleichfarbig | A A | 21,4 % | 78,2 % | 0,4 % |
| 7 2 | A A | 12,4 % | 87,2 % | 0,4 % |
Drei Dinge fallen auf. Erstens ist ein Paar gegen zwei höhere Karten fast immer ein leichter Favorit, selbst 5 5 gegen A K: Die beiden höheren Karten müssen erst treffen. Diese Duelle heißen Coinflip, weil sie fast so offen sind wie ein Münzwurf. Zweitens ist eine Hand, die mit dem Gegner eine Karte teilt, dramatisch schlechter dran: A Q gegen A K gewinnt nur gut ein Viertel. Man nennt das dominiert. Drittens ist selbst 7 2 gegen Asse nicht chancenlos, aber auch nicht weit davon entfernt.
Wie sich die Chance nach dem Flop dreht
Nach dem Flop können sich die Verhältnisse komplett umkehren. Drei Beispiele, alle exakt gerechnet:
| Hand | gegen | Flop | Gewinnchance |
|---|---|---|---|
| A♥ K♥ | J♠ J♦ | Q♥ 7♥ 2♣ | 54,4 % |
| 7♣ 7♦ | A♥ K♥ | 7♥ 4♥ 2♠ | 74,4 % |
| K♠ Q♠ | A♣ K♦ | K♥ 9♣ 4♦ | 13,7 % |
Im ersten Beispiel hat A K noch gar nichts, ist aber Favorit: Neun Herz machen den höchsten Flush, und jedes der sechs übrigen Asse und Könige schlägt die Buben auch. Kommt am Turn eine Blank wie die 3♦, fällt die Chance auf 34,1 %, weil nur noch eine Karte kommt. Im zweiten Beispiel liegt der Drilling vorn, aber der Flush-Draw gewinnt immer noch jede vierte Hand. Im dritten Beispiel haben beide ein Paar Könige, doch K Q verliert gegen die bessere Beikarte fast immer: Nur eine Dame rettet die Hand, oder mit Bube und Zehn auf Turn und River eine Straße.
Gegen wie viele Gegner?
Je mehr Spieler mitgehen, desto kleiner wird die Chance jeder einzelnen Hand. Asse gewinnen gegen eine zufällige Hand 85,2 %, gegen drei 63,8 % und gegen fünf nur noch 49,3 %. Hände, die von vielen Mitspielern profitieren, sind solche, die selten treffen, dann aber sehr stark werden: kleine Paare (Drilling) und gleichfarbige verbundene Karten (Flush, Straße). Zwei hohe Karten ohne Paar verlieren dagegen gegen viele Gegner deutlich an Wert, weil ein Paar mit guter Beikarte oft nicht reicht.
Spiel mit dem Rechner ein paar Fälle durch: Wie viel verliert K Q gegen eine Hand, die einen König hält? Wie stark ist ein Flush-Draw gegen zwei Gegner statt gegen einen? Solche Zahlen im Kopf zu haben, macht die Entscheidungen am Tisch ruhiger. Was die Gewinnchance mit dem Preis eines Calls zu tun hat, zeigt der Pot-Odds-Rechner.