Kartenraum Hold'em

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Poker-Quiz

Fünfzehn Situationen, wie sie am Tisch ständig vorkommen: Starthände, Position, Pot Odds, Bluffs und wer am Ende gewinnt. Tippe auf eine Antwort, dann erscheint die Erklärung. Alle Zahlen sind nachgerechnet.

  1. Sechs Spieler am Tisch, du sitzt unter the gun, handelst also vor dem Flop als Erster. Du hast K♣ 7♦. Was tust du?

    • Erhöhen
    • Mitgehen (limpen)
    • Folden
    Lösung

    Folden. Unter the gun hast du fünf Gegner hinter dir. Ein solider Spieler eröffnet dort nur etwa die besten 17 % der Hände, K 7 verschiedenfarbig gehört nicht dazu. Trifft man einen König, hat oft jemand einen König mit besserer Beikarte. Vom Button aus, mit nur noch den Blinds hinter dir, ist die Hand dagegen eine Erhöhung wert. Siehe die Starthand-Tabelle.

  2. Alle haben gefoldet, du sitzt am Button und hast A♥ 5♥. Was tust du?

    • Folden
    • Mitgehen
    • Erhöhen
    Lösung

    Erhöhen. Nur noch die beiden Blinds sind hinter dir, und du handelst nach dem Flop als Letzter. Ein gleichfarbiges Ass eröffnet man vom Button immer: Es kann den höchsten Flush machen, mit 2-3-4 eine Straße, und oft gewinnt die Erhöhung die Blinds sofort. Nur mitzugehen lädt die Blinds billig ein und verschenkt diese Chance.

  3. Im Pot liegen 300, die Wette deines Gegners eingerechnet. Du musst 100 zahlen. Wie viel Gewinnchance brauchst du mindestens, damit sich der Call lohnt?

    • 20 %
    • 25 %
    • 33 %
    Lösung

    25 %. Nach deinem Call liegen 400 in der Mitte, davon sind 100 deine: 100 / 400 = 25 %. Als Verhältnis: Der Pot bietet dir 300 zu 100, also 3 : 1.

  4. Du hast nach dem Flop einen Flush-Draw (neun Outs), dein Gegner ist all-in, du siehst Turn und River sicher. Wie oft kommt dein Flush?

    • etwa 19 %
    • etwa 35 %
    • etwa 50 %
    Lösung

    35,0 %. Unbekannt sind 47 Karten. Dass keine der beiden Karten Herz ist, passiert in (38 · 37) / (47 · 46) = 65,0 % der Fälle. Die 19 % gelten nur für die nächste Karte. Die Faustregel „Outs mal 4“ ergibt 36 %, ziemlich nah dran.

  5. Am Turn setzt dein Gegner den ganzen Pot. Du hast einen Flush-Draw mit neun Outs, er hat noch viele Chips hinter sich. Ist der Call rechnerisch richtig?

    • Ja, neun Outs reichen locker.
    • Nein, über die Pot Odds allein ist er zu teuer.
    • Ja, Draws spielt man immer.
    Lösung

    Zu teuer. Gegen eine Wette in Potgröße brauchst du 33,3 %. Mit neun Outs von 46 Karten triffst du am River aber nur in 19,6 % der Fälle. Retten könnten den Call nur Implied Odds: Du müsstest nach einem Treffer im Schnitt noch deutlich mehr als den jetzigen Pot gewinnen. Gegen einen Spieler, der danach nie zahlt, ist das ein klarer Fold.

  6. Vor dem Flop geht A♠ K♠ all-in, Q♥ Q♦ zahlt. Wer ist Favorit?

    • A K, mit zwei Überkarten
    • Q Q, knapp
    • Genau 50 : 50
    Lösung

    Q Q mit 53,6 % zu 46,0 % (der Rest wird geteilt). Ein Paar ist gegen zwei höhere Karten fast immer leichter Favorit, weil die erst treffen müssen. Dass A K gleichfarbig ist, bringt ihm etwa drei Prozentpunkte; verschiedenfarbig stünde es 57,0 % zu 42,7 % für die Damen.

  7. A♣ Q♠ gegen A♥ K♦ vor dem Flop, beide all-in. Welchen Anteil am Pot hat A Q?

    • etwa ein Viertel
    • etwa 45 %
    • etwa 60 %
    Lösung

    Gut ein Viertel: A Q gewinnt 23,7 %, in 4,6 % wird geteilt. Beide haben ein Ass, also entscheidet fast immer die zweite Karte, und da liegt der König vorn. Eine Hand, die mit dem Gegner eine Karte teilt und die schlechtere zweite hat, heißt dominiert. Deshalb sind Hände wie A Q oder K J gegen eine Erhöhung aus früher Position oft schon zu schwach.

  8. Welcher Spieler handelt nach dem Flop in jeder Setzrunde als Letzter?

    • der Small Blind
    • der Big Blind
    • der Button
    Lösung

    Der Button. Nach dem Flop beginnt der erste Spieler links vom Button, der Button selbst handelt zuletzt (heads-up ist es umgekehrt: Dort ist der Button zugleich Small Blind und handelt vor dem Flop zuerst, danach zuletzt). Wer zuletzt handelt, sieht vor seiner Entscheidung, was alle anderen getan haben, deshalb ist der Button der beste Platz am Tisch.

  9. Du blufft mit einer Wette über den halben Pot. Wie oft muss dein Gegner folden, damit der Bluff auf Dauer nichts kostet?

    • in 25 % der Fälle
    • in 33 % der Fälle
    • in 50 % der Fälle
    Lösung

    Ein Drittel. Du riskierst einen halben Pot, um einen ganzen zu gewinnen: 0,5 / (1 + 0,5) = 33,3 %. Allgemein muss ein Bluff so oft klappen, wie Einsatz / (Pot + Einsatz) ergibt. Ein Bluff in Potgröße braucht 50 %, einer über ein Drittel des Pots nur 25 %. Mehr dazu im Artikel über Bluffen.

  10. Das Board ist K♥ 9♣ 4♦ 2♠ 7♣. Du hast K♠ Q♠, dein Gegner K♣ J♦. Wer gewinnt?

    • du
    • dein Gegner
    • Der Pot wird geteilt.
    Lösung

    Du. Beide haben ein Paar Könige. Es zählen die besten fünf Karten: Bei dir K K Q 9 7, beim Gegner K K J 9 7. Die Dame schlägt den Buben. Diese entscheidende Beikarte heißt Kicker.

  11. Das Board ist A♠ A♦ K♣ K♥ 5♠. Du hast Q♣ Q♦, dein Gegner 7♠ 6♠. Wer gewinnt?

    • du
    • dein Gegner
    • Der Pot wird geteilt.
    Lösung

    Du, aber nicht wegen der Damen als Paar. Auf dem Board liegen schon zwei Paare, Asse und Könige. Deine Damen bilden kein drittes Paar, das zählt: Die beste Hand hat nur fünf Karten. Bei dir sind das A A K K Q, beim Gegner A A K K 7. Die Dame gewinnt als Kicker. Einen Flush hat der Gegner nicht, es liegen nur vier Pik aus.

  12. Das Board ist 5♣ 6♦ 7♥ 8♠ 9♣. Du hast A♥ A♦, dein Gegner K♣ Q♠. Wer gewinnt?

    • du
    • dein Gegner
    • Der Pot wird geteilt.
    Lösung

    Geteilt. Die Straße von 5 bis 9 liegt komplett auf dem Board, und keiner der beiden kann sie verbessern: Dafür bräuchte man eine Zehn. Die Asse helfen nicht, weil die Straße mehr wert ist als jedes Paar.

  13. Du hast 4♣ 4♦. Wie oft triffst du auf dem Flop mindestens einen Drilling?

    • etwa bei jedem vierten Flop
    • etwa bei jedem achten bis neunten Flop
    • etwa bei jedem zwanzigsten Flop
    Lösung

    11,8 %, also etwa jedes achte bis neunte Mal. Keine der beiden übrigen Vieren kommt in (48 · 47 · 46) / (50 · 49 · 48) = 88,2 % der Flops. Mit kleinen Paaren gegen eine Erhöhung mitzugehen, nur um einen Drilling zu treffen, lohnt sich deshalb nur, wenn danach noch viel zu gewinnen ist, als Faustregel etwa das Zehnfache des Calls.

  14. Wie viele verschiedene Kombinationen von Ass und König gibt es als Starthand?

    • 4
    • 12
    • 16
    Lösung

    16: vier Asse mal vier Könige. Davon sind 4 gleichfarbig und 12 verschiedenfarbig. Ein bestimmtes Paar wie Asse gibt es dagegen nur in 6 Kombinationen. Deshalb bekommt man A K fast dreimal so oft wie A A.

  15. Im Pot liegen 150 (die Wette des Gegners eingerechnet), du zahlst 50 und gewinnst in 30 % der Fälle. Was bringt der Call im Schnitt?

    • −10
    • 0
    • +10
    Lösung

    +10. Nach deinem Call geht es um 200. Du gewinnst sie in 30 % der Fälle: 0,3 · 200 = 60. Abzüglich deiner 50 bleiben im Schnitt +10. Nötig gewesen wären 50 / 200 = 25 %, du hast mehr. Das ist der Erwartungswert: Er ist positiv, obwohl du diesen Call in sieben von zehn Fällen verlierst.

Wie geht es weiter?

Die meisten Fragen drehen sich um zwei Dinge: welche Hände man von wo aus spielt und ob der Preis eines Calls zur Gewinnchance passt. Beides kannst du im Tutorial üben, wo der Trainer dir bei jeder Entscheidung die Zahlen zeigt. Nachlesen lässt sich alles unter Poker lernen.

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