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Die zehn häufigsten Fehler von Poker-Einsteigern

Die meisten Coins verliert man am Anfang nicht durch eine einzige spektakuläre Fehlentscheidung, sondern durch kleine Gewohnheiten, die sich in jeder Runde wiederholen. Hier sind die zehn häufigsten, wie man sie bei sich erkennt und was man stattdessen tut.

1. Zu viele Hände spielen

Der Klassiker. Zwei Karten in der Hand, und jede sieht irgendwie spielbar aus: Mit K 6 könnte man ja einen König treffen, mit 9 4 gleichfarbig einen Flush. Das stimmt, aber es reicht nicht. Am Sechsertisch spielt ein solider Spieler je nach Position etwa jede fünfte bis jede zweite Hand, unter the gun noch weniger. Wer die Hälfte aller Hände spielt, ist in viel zu vielen Pots mit einer Hand, die selbst nach einem Treffer oft nur zweitbeste ist.

Woran du es merkst: Du siehst die meisten Flops und gehst danach oft aus. Was hilft: Halte dich ein paar Abende an die Starthand-Tabelle, bis sich das Wegwerfen normal anfühlt.

2. Mitgehen statt erhöhen

Viele Einsteiger zahlen vor dem Flop nur den Big Blind nach, um „erst mal den Flop zu sehen“. Das nennt man limpen, und es ist fast immer schlechter als Erhöhen oder Folden. Wer erhöht, kann den Pot sofort gewinnen, wenn alle folden, hat danach die Initiative und muss sich gegen weniger Gegner durchsetzen. Wer limpt, lädt alle anderen billig ein und weiß nach dem Flop wenig über ihre Hände.

Was hilft: Wenn eine Hand gut genug zum Spielen ist, ist sie gut genug zum Erhöhen. Wenn nicht, wirf sie weg. Ausnahme: Im Small Blind kann man nach anderen Limpern günstig mitgehen.

3. Zu oft callen, zu selten setzen

Callen fühlt sich sicher an: Man bleibt dabei, ohne viel zu riskieren. Tatsächlich ist es oft die schwächste Option. Wer nur callt, gewinnt den Pot nur, wenn er am Ende die beste Hand hat. Wer setzt, gewinnt ihn zusätzlich jedes Mal, wenn der Gegner foldet. Erfahrene Spieler setzen und erhöhen deutlich öfter, als sie callen.

Was hilft: Frag dich vor jedem Call, ob nicht Setzen oder Folden besser wäre. Ein Call braucht einen konkreten Grund, zum Beispiel einen Draw mit passenden Pot Odds.

4. Die Position nicht beachten

Dieselbe Hand ist am Button deutlich mehr wert als direkt nach dem Big Blind, weil der Button nach dem Flop immer zuletzt handelt und vor dem Flop nur noch zwei Spieler hinter sich hat. Wer überall dieselben Hände spielt, spielt in früher Position zu viele und am Button zu wenige.

Was hilft: Schau vor jeder Hand zuerst, wo der Button ist, dann auf die Karten. Ausführlich im Artikel über Position.

5. Draws zu teuer bezahlen

Vier Karten zum Flush, der Gegner setzt den ganzen Pot, und man zahlt, weil der Flush ja kommen könnte. Er kommt am River aber nur in 19,6 % der Fälle, während ein Call gegen eine Wette in Potgröße 33,3 % braucht. Auf Dauer verliert dieser Call.

Was hilft: Outs zählen und mit den Pot Odds vergleichen. Der Pot-Odds-Rechner zeigt, wie das geht, und nach ein paar Dutzend Beispielen hat man die wichtigsten Zahlen im Kopf.

6. Ein Paar für mehr halten, als es ist

Top Pair, also ein Paar mit der höchsten Karte auf dem Board, ist eine gute Hand. Aber es ist eben nur ein Paar. Wenn ein vorsichtiger Gegner am Turn erhöht und am River noch einmal setzt, hat er selten ein schlechteres Paar. Einsteiger bezahlen solche Wetten trotzdem bis zum Ende, weil sie sich nicht vorstellen können, dass ihre Hand geschlagen ist.

Was hilft: Achte darauf, wie viel Geld in den Pot geht. Ein großer Pot verlangt eine große Hand. Mit einem Paar hält man den Pot lieber klein.

7. Die Beikarte vergessen

A J sieht stark aus, bis jemand A K hält. Teilen sich zwei Hände eine Karte, entscheidet fast immer die zweite, und dann gewinnt die schwächere Hand nur gut ein Viertel der Pots. Das passiert besonders oft, wenn man gegen eine Erhöhung aus früher Position mitgeht: Dort hat der Gegner häufig genau die Hände, die A J oder K Q dominieren.

Was hilft: Gegen Erhöhungen enger spielen, und nach dem Flop bei einem getroffenen Ass fragen, welche Asse der Gegner haben kann.

8. Gegen die Falschen bluffen

Ein Bluff funktioniert nur, wenn der Gegner folden kann. Gegen drei Gegner gleichzeitig ist das selten: Irgendwer hat fast immer etwas. Und gegen Spieler, die grundsätzlich alles bezahlen, ist jeder Bluff verschenktes Geld. Einsteiger bluffen oft genau in diesen Situationen, weil sie sich mit einer schwachen Hand nicht anders zu helfen wissen.

Was hilft: Bluffe gegen einen einzelnen Gegner, der Schwäche gezeigt hat, und nur mit einer Geschichte, die zusammenpasst. Mehr im Artikel über Bluffen.

9. Das Board nicht lesen

Liegen drei Herz auf dem Board, kann jeder mit einem Herz-Paar auf der Hand einen Flush haben. Liegen 7 8 9, hat jeder mit einer 10 6 oder einem J 10 eine Straße. Wer nur auf die eigenen Karten schaut, übersieht solche Hände und zahlt am River große Wetten mit einem Drilling, der längst geschlagen ist.

Was hilft: Frag dich bei jeder neuen Karte, welche Hand jetzt die beste wäre, die sogenannte Nuts, und ob das Verhalten des Gegners dazu passt.

10. Nach dem Ergebnis urteilen

Ein Call mit schlechten Pot Odds trifft zufällig, und schon wirkt er wie eine gute Idee. Ein richtiges All-in mit Assen verliert gegen Könige, und schon fühlt es sich falsch an. Wer so lernt, lernt das Falsche. Eine Entscheidung ist gut, wenn sie im Durchschnitt mehr bringt als die anderen Möglichkeiten, egal was in dieser einen Hand passiert.

Was hilft: Denk in Erwartungswert, nicht in Ergebnissen. Und wenn eine Serie von verlorenen Händen schlechte Laune macht, steh lieber eine Weile auf, bevor die Laune mitspielt.

Wie man sie loswird

Niemand wird alle zehn Fehler auf einmal los. Nimm dir einen pro Spielabend vor und achte gezielt darauf. Am einfachsten geht das, wenn jemand mitschaut: Im Tutorial bewertet ein Trainer jede deiner Entscheidungen und sagt, warum sie gut oder schlecht war. Die meisten der Fehler oben fallen dort schon in den ersten zehn Händen auf.

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