Kartenraum Hold'em

Poker lernen /

Die ersten 100 Hände: Ein Plan für Einsteiger

Die Regeln sitzen, die Handrangfolge auch, und jetzt? Die ersten Hände an einem echten Tisch sind verwirrend: Alles geht schnell, jeder scheint mehr zu wissen, und die Coins schmelzen manchmal schneller als gedacht. Mit einem einfachen Plan für die ersten 100 Hände lernst du mehr und verlierst weniger.

Schritt 1: Weniger Hände spielen

Der wichtigste Rat zuerst: Spiele in den ersten 100 Händen nur etwa jede fünfte Hand. Das fühlt sich langweilig an, ist aber der schnellste Weg, nicht zu verlieren. Die meisten der 169 Starthand-Typen gewinnen auf Dauer nicht, und Einsteiger verlieren ihre Coins vor allem mit Händen, die sie gar nicht hätten spielen sollen.

Welche Hände du von welcher Position spielst, zeigt die Starthand-Tabelle. Für den Anfang reicht eine einfache Regel: Paare, zwei Karten ab Zehn und gleichfarbige Asse. Alles andere legst du weg, außer du sitzt am Button und alle vor dir haben aufgegeben.

Schritt 2: Erhöhen statt mitgehen

Wenn du eine Hand spielst und noch niemand erhöht hat, erhöhe, statt nur den Big Blind mitzugehen. Etwa auf das Zweieinhalb- bis Dreifache des Big Blinds. Das hat zwei Vorteile: Du gewinnst den Pot manchmal sofort, und wenn nicht, spielst du gegen weniger Gegner. Warum das bloße Mitgehen so teuer ist, erklärt der Artikel über das Limpen.

Schritt 3: Auf die Position achten

Schau vor jeder Hand, wo der Dealer-Button liegt. Je näher du links vor ihm sitzt, desto später handelst du nach dem Flop, und desto mehr weißt du, wenn du entscheidest. Aus früher Position spielst du nur starke Hände, am Button deutlich mehr. Mehr dazu im Artikel über Position.

Schritt 4: Nach dem Flop ehrlich sein

Zwei verschiedene Karten treffen auf dem Flop nur in etwa einem Drittel der Fälle ein Paar. Wenn du nichts getroffen hast und ein Gegner setzt, ist Aufgeben meistens richtig. Wenn du ein gutes Paar hast, setze selbst. Das ist keine vollständige Strategie, aber es verhindert die zwei teuersten Fehler: mit nichts weiterspielen und mit guten Händen zu passiv sein.

Bei jedem Call hilft eine kurze Rechnung: Was kostet das Mitgehen im Verhältnis zum Pot? Muss ich ein Drittel des Pots zahlen, brauche ich eine Gewinnchance von mindestens 25 %. Wie das genau geht, steht auf der Seite Outs, Pot Odds und Gewinnchancen.

Schritt 5: Eine Sache beobachten

Am Tisch passiert zu viel, um auf alles zu achten. Nimm dir pro Abend eine Sache vor: Wer spielt viele Hände? Wer erhöht nur mit starken Karten? Was zeigen die Spieler beim Showdown? Mit der Zeit wird das zur Gewohnheit, und dann kommen die nächsten Beobachtungen dazu.

Schritt 6: Nicht nach dem Ergebnis urteilen

In 100 Händen kann viel passieren. Du kannst gut spielen und verlieren oder schlecht spielen und gewinnen. Frag dich nach einer großen Hand nicht, ob du gewonnen hast, sondern ob die Entscheidung mit dem, was du wusstest, sinnvoll war. Und wenn du merkst, dass du dich über eine verlorene Hand ärgerst und plötzlich mehr Hände spielst: Pause machen.

Wo du anfängst

Im Kartenraum gibt es drei Wege, die ersten Hände zu spielen:

Wenn du 100 Hände nach diesem Plan gespielt hast, bist du bereit für die nächsten Themen. Ein guter Anfang sind die Tipps für Einsteiger und der Artikel über die zehn häufigsten Fehler.

Weiterlesen